/Palliative Care /Atemnot

Atemnot

von: Christoph Fischer
  • In den letzten 24 Stunden des Lebens leiden 80 % der Tumorpatienten an Atemnot
  • Sauerstoffgabe führt beim terminal erkrankten Patienten ohne Sauerstoffvorbehandlung selten zur Linderung der Atemnot.
  • Wenn keine spezifischen Therapien mehr möglich sind, kann eine wirksame symptomatische Therapie der Atemnot dem Erkrankten schweres Leid ersparen und ein Verbleiben zu Hause ermöglichen. 
  • Opioide wirken über die Erhöhung der Toleranz des Atemzentrums für Anstieg des pC02.
  • Die Atemfrequenz nimmt ab und die Atmung wird ökonomisiert.
  • Die positive Wirkung der Benzodiazepine gegen Atemnot ist bei Tumorerkrankten ebenfalls belegt
  • Orale Bedarfsmedikamente dem Patienten bereitstellen, damit er nicht darum bitten muss
  • Patienten und Angehörige hinsichtlich Einnahme/Verabreichung instruieren
  • Achtung: Fentanylpflaster wirkt nicht gegen Atemnot!

Stufenschema palliative Behandlung der Atemnot

1. Stufe

kurz wirksame Opioide, z. B. Vendal® Beginn mit 2,5 mg –5 mg –10 mg p.o., s.c., i.v.,

  • 4-stündliche Steigerung der Einzeldosis um 50 %.
  • bei nicht ausreichender Besserung:
  • 2-stündliche Steigerung bis zufriedenstellende Linderung erzielt ist.
  • Wenn Opioide alleine zu wenig wirksam sind, zusätzlich Benzodiazepin s. Stufe 2-4
2. Stufe

Opioid + Temesta® 1 mg p.o. oder Temesta expidet® s.l. 1,25 mg –2,5 mg

3. Stufe

Opioid + Dormicum® (Midazolam) 1 –2,5 mg i.v. oder subcutan oder i.m.

4. Stufe

Opioid + Dormicum® + Nozinan® (Levomepromazin) beginnend mit 2,5 mg i.v.

[1] Bei Opioiod-Unverträglichkeit

erstellt 7-2019