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Pyelonephritis

von: Christoph Fischer

Suchbegriffe: Nierenbeckenentzündung, Vesikouretraler Reflux, Pyelitis, Pyelonephritis,

Häufigkeit: jährlich erkranken
  • 1 von 28 Mädchen im 1. Lebensjahr
  • 1 von 33 Buben im 1. Lebensjahr
  • 1 von 80 Mädchen im 5. Lebensjahr
  • 1 von 500 Buben im 5. Lebensjahr
  • 1 von 400 erwachsenen Frauen
  • 1 von 1000 erwachsenen Männern

 

  Symptome: 

  • Rücken-/ Flankenschmerzen
  • Fieber 
  • Übelkeit (50%), Erbrechen
  • klopfschmerzhaftes Nierenlager
  • Symptome einer Zystitis können vorhanden sein.
  • Bei Kindern < 2 Jahren fehlen typische Symptome häufig!

Risikofaktoren für Pyelonephritis:

  • häufige Sexualkontakte,
  • Harnwegsinfekte in der Anamnese,
  • Diabetes
  • Harninkontinenz
  • Gebrauch eines Antibiotikums im letzten Monat!

 

  Untersuchung:

  • körperliche Untersuchung,
  • Harnstreifen,
  • Harnkultur.
  • Sonographie zum Ausschluss von komplizierenden Faktoren (Harnstau) 

 

Definition akute unkomplizierte Pyelitis: Infektion durch einen typischen Erreger bei einem immunkompetenten Patienten mit unauffälliger renaler Anatomie und Nierenfunktion

  ambulante Behandlung akute unkomplizierte Pyelitis

  • empirische Antibiotikatherapie so früh wie möglich
  • Erwachsene: Mittel der 1. Wahl Ciprofloxacin 2-3x500mg/d 14Tage
  • Säuglinge und Kinder: Mittel der 1. Wahl Cephalosporin der 3. Generation (Tricef, Biocef)
  • Am 3. Tag der empirischen Behandlung sollte die Antibiotikagabe entsprechend dem Antibiogramm angepasst werden.

 

  stationäre Behandlung: 

  • komplizierte (Obstruktion) und schwere Infektionen
  • mit systemischen Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufinstabilität,
  • Therapie stationär initial mit hohen Dosen parenteraler Antibiotika

 

 

 

Literatur:

DEGAM-Leitlinie Langfassung

akuter Harnwegsinfekt - Konsensusstatement

Harnwegsinfekte bei Säuglingen und Kleinkindern

Vesikouretraler Reflux

erstellt 2018